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Unser Haus

Ich wollte schon immer ein eigenes Haus haben, sparte eifrig, und es kam der Tag, an dem ich feststellte, dass es nun eigentlich finanzierbar wäre. So begann das Abenteuer Haus und ich fand heraus, wohin einer kommt, wenn er geht, um abseits der Zwänge einer Mietwohnung ungewohnt wohnsinnige Freiheit zu entdecken.

Die zentrale Frage >Sanieren oder neu bauen war für mich keine: Dank handwerklich begabter Eltern waren Baustellen bekannte Orte und der Geruch von frischem Putz nichts Neues.

Von der Sanierung zur Innenarchitektur

Wie beim Baujahr 1970 zu erwarten, war fast eine Kernsanierung fällig: Wasser, Abwasser, Heizung, Fenster und Haustür, Dämmung sowie ein Teil der Elektrik, dazu Bad und WC. Ein Teil wurde von Handwerkern erledigt, ein Teil in Zusammenarbeit mit Handwerkern und der Rest komplett in Eigenleistung.

Bisher nur Insbürogeher gewesen, begann alles mit unglaublichem Muskelkater und großen Schmerzen. Aber der Grund war nicht die Größe der Aufgabe, sondern die fehlende Kondition. Das gab sich nach und nach. Vielleicht ein halbes Jahr später ging die Arbeit leichter von der Hand.

Während der nötigen Sanierung wuchs die Erfahrung und inspiriert von Möglichkeiten, die sich aus den neu erlernten Fähigkeiten ergaben, entdeckte ich, wieviel Vergnügen Design und Innenarchitektur mir machten. Daraus entstanden endlose Extrawünsche, die wesentlich über das nötige Maß hinaus gingen. Manch einer meint, ich übertreibe: Quark. Was als Notwendigkeit begann, ist inzwischen Hobby geworden.

An der Elektrik wurde nie etwas modernisiert - >wir holten 35 Jahre nach.

Ein vernetztes Haus ist nicht futuristisch, sondern sinnvoll. Ich baute eine >strukturierte Verkabelung mit Cat5e und Sat-TV-Leitung und würde es wieder so machen.

Lebensräume

Einmal Rohbau und zurück: >Unsere Küche.

Ein Totalumbau: Aus getrennten Räumen für Dusche, WC und Bad wurden >Bad und WC.

Im Gäste-WC wurde die gesamte Installation von Wasser, Abwasser und Strom entfernt und ein komplett neues >Gäste-WC eingebaut.

Im Keller bauten wir einen >Serverraum.

Auch die Waschmachine bekam ihren Raum: Die neue >Waschküche.

Das Dach über dem Kopf sah einst bessere Zeiten. Ich lernte viel über Dächer und die Sanierung war >das größte Projekt.

Der alte Flur war öde und die Ausziehtreppe zum Speicher nervig: Durch den Bau einer Dachgaube entstand ein >Treppenhaus.

Im Wohnzimmer ließen wir das Parkett, was sich unter zig Schichten altem Bodenbelag zeigte, abschleifen und neu versiegeln, und legten Strom mehr oder weniger komplett neu.

Im Schlafzimmer ließen wir ebenfalls das Parkett, was sich auch hier unter zig Schichten altem Bodenbelag zeigte, abschleifen und neu versiegeln, und legten Strom komplett neu.

Luxus beginnt an dem Punkt, von dem viele mit Berechtigung meinen, dass es für die Meisten gut genug sei. Jedes Projekt kostete von der Planung bis zur Fertigstellung endlose Arbeitsstunden.

Energiebedarf, Umweltschutz und all das

Ursprünglich wollte ich nur die Heizkosten senken, aber je mehr ich mich damit befasste, desto mehr stellte ich fest, dass es mir nicht nur um Geld ging.

Die Heizungsanlage wies ein paar Fehler auf. Die wurden alle beseitigt und etlicher Komfort dazu eingebaut: Vor- und Rücklaufthermometer, Entlüftungen, diverse Absperrventile, mehr Heizkörper und die größte Regelung, die Junkers für Einfamilienhäuser anbietet. Die Heizungsrohre wurden vom Vorbesitzer ungedämmt über Putz verlegt, was für mich untragbar war, und mit viel Aufwand geändert wurde. Die vorhandenen Nischen, ursprünglich für Nachtspeicheröfen gebaut und viel zu tief, wurden teilweise vermauert, damit die Luft besser durch die Heizkörper zirkulieren konnte und weniger Wärme nach außen verloren ging. Die zentrale Verteilung wurde komplett neu gebaut, weil der Rohrdurchmesser zu klein war, so daß wir danach im Schnitt mit 20 Grad weniger Vorlauftemperatur auskamen. Das war das erste Projekt, was rein aus Umweltschutzgründen durchgeführt wurde, denn obwohl es natürlich Energie einsparte, wird es sich trotzdem finanziell nie amortisieren. Der Dachumbau war das zweite Projekt: >Energiebedarf, Umweltschutz und all das.

Während der ganzen Zeit habe ich viel im Web gelesen und gelernt. Sehr hilfreich waren diverse Erfahrungsberichte, darum schreibe ich hier auch einen. Den ein oder anderen mag es ermutigen, ähnliche Projekte anzugehen, oder zu sehen, dass es bei anderen Leuten auch lang dauert. Und schließlich kann man sich selbst die Frage beantworten: Was haben wir all die Zeit eigentlich gemacht?