Nun war es also soweit: Nach vielen Vorbereitungen, dem Einholen von Angeboten,
sinnlosem und erfolgreichem Verhandeln, wurde das Material geliefert -
selbstverständlich in allerletzter Minute. An so einem Tag braucht man
einen Nachbarn, der mit anpackt, und seine Einfahrt als Lagerfläche
anbietet.
Am Ende des ersten Tages war eine Fläche mit Fasebrettern eingeschalt,
der drohende Regenguß blieb aber aus.
Nach vier Tagen war diese und noch eine Teilfläche mit OSB verstärkt und
durch die Dampfsperre geschützt. Mehr nicht, weil viele kleine Probleme
Zeit kosteten. Am vierten Tag wurde aus Angst vor schlechtem Wetter
kaum etwas getan, aber tatsächlich war das Wetter wunderbar.
Die ersten Dämmplatten (eine davon ohne Beschriftung) wurden gelegt.
Leider war es nachts nun oft so kalt, dass morgens das ganze Dach voller
Tau, klitschnass und rutschig war - deutscher Sommer. So konnte die
Arbeit oft erst vormittags beginnen.
Ich traute der aufkaschierten Unterspannbahn nicht und entschied mich
für eine extra Unterspannbahn. Die Verlegung war anfangs sehr zeitaufwändig,
bis die Dachdecker eine gute Arbeitsweise fanden. Auch die Verlegung
der Konterlattung ging nach den ersten Flächen wesentlich schneller.
Inzwischen konnte man vor Dachziegeln kaum noch treten, überall stand
irgendwas und es gab immer einen Grund, aus dem die Arbeit nur schleppend
lief.
5 Wochen nach Beginn der Arbeiten: Ausnahmsweise war mal gutes Wetter,
die erste Fläche hatte die neue Rinne und die ersten Pfannen lagen wieder.
Kaum zu glauben, aber gut zwei Monate nach Beginn der Arbeiten bekam
die vorletzte Dachfläche ihre Wärmedämmung. Das nächste Haus kriegt ein
Flachdach, bei dem ich selbst Hand anlegen kann... denn fünf Monate
nach Beginn waren nur die Flächen gedeckt, aber die Grate und der Rest
fehlten immer noch.
Handwerker und Lieferant fanden keine passenden Firstklammern, ich
dagegen schon. Leider musste ich alle etwas nachbiegen, damit sie richtig
passten, und schwarz anpinseln, damit die Farbe zu den Ziegeln passte.
Merke: Nicht bewitterte Schrauben müssen trotzdem vor Korrosion
geschützt sein,
also nicht auf Handwerker hören, sondern selbst lesen und besorgen.
Im August angefangen und zu Weihnachten noch nicht annähernd fertig:
Realität deutscher Handwerksarbeit. Ende Februar zogen die Handwerker
nach sieben Monaten ab, Mitte März war ich mit den Restarbeiten fertig.