Die neue Erkenntnis aus dem Baumarkt hieß: Man tackert Nut- und Federbretter
nicht mehr, man klebt mit Montagekleber. Ich sägte haufenweise Bretter
und verfluchte die billige Stichsäge. Zum Teufel sollte sie gehen und das
tat sie früher, als mir recht war. Die teure Säge von Alexandras Vater sägte
viel besser. Nur noch wenige Tage, bis Alexandra auch einziehen würde.
Und so saß ich nachts um halb vier im Schwimmbad, dem letzten sauberen
Ort im ganzen Haus, und strich die Bretter, damit sie am nächsten Tag
schon trocken wären.
Der Montagekleber klebte, keine Frage, und zwar nach 30-45 Minuten belastbar.
Wie stellten die Leute sich das vor? Es war Wochenende, man konnte nichts mehr
kaufen und so musste eine alte Teedose herhalten, um Blechstreifen zu
bekommen, aus denen man kleine Hilfsklammern basteln konnte. Die gekauften
Abschlussprofile hatten ihren eigenen Sinn, aber unter dem Druck der Leiter
gaben sie nach, bis der Kleber sie hielt.
Fertig, die Küche konnte eingeräumt werden. Naja - FAST fertig. Aber es
langte vorerst.
Monate später fanden wir endlich auf Ebay eine bezahlbare Abzugshaube,
an der sich auch große Menschen nicht den Kopf stoßen.
Und locker ein Jahr später fanden wir endlich die Zeit, die einst
geplante Beleuchtung zu bauen. Jetzt noch dekoriert (irgendwann
schaffen wir auch das), und die Skizze von vor zwei Jahren ist Realität:
Unsere moderne Nordseeküche.