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Das Treppenhaus

Wenn es eine Kleinigkeit gibt, die im Laufe der Zeit ungemein nervt, dann ist es eine Ausziehtreppe. Ursprünglich nicht geplant, entstand im Laufe der Zeit der Wunsch nach einer richtigen Treppe zum Speicher. Wir entschieden uns, das Treppenhaus zu erweitern und die Treppe über der Kellertreppe zu bauen. Dazu musste die Decke aufgeschnitten, ein Träger eingezogen und das Dach darüber durch eine Dachgaube erweitert werden, um die nötige Kopffreiheit und mehr Licht im Treppenhaus zu erhalten.

Kann ein Treppenhaus begeistern?

Öde Flure und Treppenhäuser gibt es wie Sand am Meer, weil viele Leute die Einstellung vertreten, dass mehr für einen Raum, der nur durchquert wird, nicht not täte. Ich halte das für eine Ausrede einfallsloser Menschen, und machte mich an ein Konzept für Flur und Treppenhaus, was begeistern sollte, und das bedeutete: Weg mit den Konventionen und ganz von vorne nachdenken.

Brainstorming: Was gefällt uns und was bedeutet ein Treppenhaus für uns? Es sollte nicht aufdringlich sein, und Räume verbinden, ohne sie zu dominieren. Das Zentrum des Hauses sollte wie eines wirken und schlichte Eleganz ausstrahlen. Ein Treppenhaus ist kein Ort des Aufenthalts, sondern der Verbindung, und so muss er angenehm zu begehen sein. Dunkle Wege sind schrecklich, blendendes Licht auch, aber beleuchtete Wege sind sympathisch. Bei etwas steileren Treppen wird der Handlauf gerne unterbrochen, was dazu führt, dass die Treppe freihändig oder mit weit nach oben gereckter Hand betreten werden muss. Ich wollte unbedingt einen Handlauf, der der Lauflinie natürlich folgt und angenehm durch die Hand gleitet, und das vom Keller bis zum Dachgeschoß in einem Stück. Der Kerngedanke entstand: Treppenhaus und Flur, der verbindende Innenhof im Haus.

Die Umsetzung

Die Materialien zu diesem Konzept waren uns schnell klar: Geschliffener Edelstahl und Naturstein für Treppe und Boden, im Muster einem gepflasterten Weg ähnlich. Eine akzentuierende und indirekte Beleuchtung mit Spots in beleuchteten Wandnischen, Stufenleuchten und Downlights bietet indirektes Licht und lockert die strenge Form eines Flurs angenehm auf.

Spätestens wegen der Dachgaube war eine Baugenehmigung unvermeidlich. Ein Architekt wurde beauftragt und er lieferte den paar Zentimeter Papier starken Bauantrag als Ergebnis ab: Ein bürokratisch begründeter, aber völlig bescheuerter Zwang, weil es darin zu 90% nicht um die Dachgaube ging, doch der Amtsschimmel wiehert laut und will es so. Das war schon mal ziemlich teuer. Die Baugenehmigung selbst war verdächtig preiswert. Ich sollte das erst bei der Rohbauabnahme verstehen, die kostete nämlich wieder Geld. Rohbau bei einer Dachgaube in Holzständerbauweise? Klar.

Eigentlich wollte ich eine Zweiholmtreppe haben, aber die hätte sich nur mit eckigen Zickzack-Holmen realisieren lassen. Die vielen Ecken waren mir zuwieder, aber eine konventionelle Einholmtreppe wirkte für mich optisch unsympathisch unstabil, auch wenn sie natürlich in Wahrheit durchaus stabil wäre. AlexMetallBau, eine Metallbaufirma aus Aachen, lieferte die beste Lösung: Ein Mittelholmtreppe mit einem Doppelholm war elegant und optisch vertrauenerweckend.

Hier der ganze Umbau in Bildern.