moria.de Michael's home page smart roadster Ciao Ka!

Ciao Ka!

Ich, ein Autonarr? Nie. Nach zwei Vertretern der Gattung Schüler- und Studentenauto kaufte ich mir einen silbernen Ka Color, dessen Design ich schon im Studium als erfrischend anders empfand. Als Extras wählte ich nur ABS, Klimaanlage und Radio mit CD, war sechs Jahre lang so zufrieden, wie ich es mit einem Auto halt sein konnte, denn ich hatte irgendwie keine besondere Einstellung zu Autos. Jeden Tag halt eineinhalb Stunden stumpfsinniger Autobahn, was soll daran nett sein?

Der Anfang

Irgendwann im Frühjahr 2005 sah ich dann im Seitenspiegel etwas von hinten schnell näher kommend und dachte beim Anblick: Eine kleine Corvette, gibt es sowas? Wunderbar gewölbte Kotflügel vorn, eine herrliche Form, tief und gedrungen, aber schon glitt es zügig an mir vorbei. Wahnsinn. Ich sah noch den Schriftzug smart und lachte nur, ein Kitcar auf Basis eines smart Fortwo vermutend, und schaute ihm hinterher. Da hatte sich wohl jemand in jahrelanger Arbeit einen Traum gebaut - für mich unerreichbar. Hatte ich das gerade über ein Auto gesagt?

Wie es sich so ergab, sah ich ein paar Wochen später wieder einen und forschte im Internet nach. Der smart Roadster war ein Serienfahrzeug! Ich schaute die Bilder an und dachte im gleichen Moment über einen Wechsel nach. Der Anblick weckte Verlangen. Vielleicht, so dachte ich, wenn die Laufleistung des Ka einen Wechsel sowieso nahelegt, also frühestens in einem Jahr, wäre das eine Option. Dann stellte ich mir ein Wunschfahrzeug zusammen, sah den Neupreis und erschrak: Vielleicht doch eher in zwei Jahren? Oh je. Mist. MIST!

Jetzt oder nie

Und so wäre die Geschichte auch vielleicht weitergegangen, wenn smart nicht beschlossen hätte, die Produktion Ende 2005 einzustellen und mir damit die Pistole auf die Brust setzte: Wenn ich jetzt keinen kaufte, würde ich mein ganzes Leben lang nie mehr einen bekommen und ich vermutete, dass ich immer Hättest-Du-nur denken würde. Und auf einmal tauchten sie auf: Roadster Jahreswagen zu so gerade eben noch tragbaren Preisen. Herrje! Also hab' ich. Das nächste Modell, was fast meiner Wunschvorstellung entsprach, stand beim smart-Center Bielefeld. Eine Probefahrt klärte: Es gibt massig Innenraum, mehr als beim Ka, auch wenn man das von außen nicht vermutet. Und: Servolenkung ist unnötig. Beim Fahren muss man in Kurven schon mal etwas fester zupacken, was aber richtig Spaß macht. Abgesehen von einer Sitzheizung hatte der Wagen alles, was ich wollte, und das war fast alles, was es gab. Ich konsumierte um die zwei Dutzend Testberichte, um die nicht abreißende Kritik meiner Umwelt zu überprüfen: Ein reines Spaßauto, schlechte Qualität, viel zu teuer. Stimmte alles: Es machte laut den Tests wirklich endlos Spaß, die Verarbeitung war wirklich lausig und den Preis hatte ich ja schon selbst gesehen. Letzterer ging bei einem Jahreswagen aber dann wieder halbwegs. Zwei Wochen später gab ich den Ka ab und fuhr mit dem Roadster heim. Das smart-Center bestätigte mir: Er sei wasserdicht, bei smart keinesfalls üblich. Die nötigen Abdichtungsmaßnahmen, die im Laufe der Zeit bei smart erarbeitet wurden, seien durchgeführt worden. Außerdem bauten sie mir das mitgebrachte Radio kostenlos ein. Die Heimfahrt war abenteuerlich: Ich war vorher noch nie Automatik gefahren, das neue Blickfeld erschien winzig und das Fahrerlebnis durchaus stressig: Straße pur. Schon wenige Wochen später wollte ich nichts anderes mehr.